EL PUENTE GmbH (German)

Posted by admin 05/02/2016 0 Comment(s)

„Handgemacht“ - das bedeutet der Name der ägyptischen Organisation Yadawee übersetzt. Und genau dies zeichnet die hochwertigen Produkte der Produzenten aus. Im Jahr 2003 gegründet, setzt sich Yadawee seitdem dafür ein, die althergebrachten Techniken und damit das vielfältige ägyptische Kunsthandwerk zu erhalten. Dabei spielt auch die Qualität der Produkte eine zentrale Rolle. So bietet die Organisation regelmäßige Trainings an, um die Produzenten zu Themen wie Design, Messen, Preiskalkulationen oder Qualitätskontrolle weiter zu schulen. Außerdem setzt sich Yadawee für die Förderung der Frauen ein, um die Prinzipien der Geschlechtergleichheit zu vermitteln und aktiv zu leben.


Darüber hinaus stehen für Yadawee ökologische Aspekte im Mittelpunkt. So werden beispielsweise so viele recycelte und natürliche Materialien im Produktionsprozess verwendet, wie nur möglich. Insgesamt arbeitet Yadawee mit 10 Produzentengruppen und somit rund 100 ägyptischen Kunsthandwerkern zusammen. Die Produzenten profitieren von fairen Preisen für ihre Waren und von guten Arbeitsbedingungen. Neben dem Export verkaufen die Kunsthandwerker ihre Produkte vor allem an Touristen. Doch durch die weltweite Finanzkrise und die Revolution in Ägypten musste Yadawee starke Umsatzeinbrüche verzeichnen. Wenn es Gewinne gibt, werden diese in die Organisation reinvestiert. So konnten in der Vergangenheit zum Beispiel Produktionsstätten erneuert werden und viele Workshops für die Produzenten durchgeführt werden.

 


Schals aus Naqada
Das am Nil gelegene Dorf Naqada ist seit Jahrhunderten bekannt für seine Webkultur. Hier stellt eine Webergruppe auch heute noch Schals auf traditionelle Weise her. Die rund 20 Produzenten arbeiten von zu Hause aus. Für ihre Arbeit benutzen sie große Handwebrahmen, wie sie schon zu den Zeiten der Pharaonen gebraucht wurden. Die Rohmaterialien werden gemeinsam beschafft. So stammt die Baumwolle, aus der die Schals gewebt werden, aus dem nahe gelegenen ägyptischen Dorf Akhmeem. Naqada war in der Vergangenheit besonders für die Fertigung von hochwertigen Ferkas bekannt. Diese langen Schals, die ähnlich wie Saris getragen werden, haben ihren Ursprung bereits zu Zeiten der Pharaonen. Heute werden die Ferkas in besonderen Designs und Farben vor allem von sudanesischen Frauen getragen. Als aber der Bürgerkrieg im Sudan ausbrach, traf das auch die Kunsthandwerker von Naqada, die ihre Waren kaum mehr verkaufen konnten. Die Weber versuchten daraufhin vor allem Schals für die Touristen zu produzieren. Der Export der Produkte und die Vermarktung über den Fairen Handel sind daher für die Produzenten besonders wichtig.

Durch die bessere Bezahlung konnten bereits einige Produzenten neue Häuser bauen, die nicht mehr Lehm, sondern stabilen Zement oder Beton als Basis haben. Trotz der Vorteile des Fairen Handels gibt es auch in Naqada immer weniger Menschen, die die Kunsthandwerkstradition fortführen. Die Kinder der Weber ergreifen andere Berufe, weil der traditionelle Beruf für sie kaum mehr Perspektiven bietet. 

 

Alabaster-Produkte von Taha Ibrahim 

Die Verarbeitung des Gipsgesteins Alabaster hat in Ägypten eine lange Tradition. Vermutlich leitet sich auch der Name von der oberägyptischen Stadt Alabastron ab. Schon vor 2.000 Jahren wurde Alabaster in Ägypten auf verschiedene Weise genutzt, vor allem um daraus Vasen, Gefäße oder Schalen herzustellen. Die Kunsthandwerker der Gruppe Taha Ibrahim haben langjährige Erfahrung in der Verarbeitung des Materials. Sie arbeiten zu fünft in einer kleinen Werkstatt in Kairo und fertigen daraus die edlen Schalen aus unserem Weltgebetstagssortiment 2014.  Die Organisation Yadawee hilft ihnen beim Export und der Vermarktung ihrer liebevoll hergestellten Handwerksprodukte. 

 

Glasprodukte von Khaled und Gamal 

 

 

Rund eine Stunde Autofahrzeit von Kairo entfernt, befindet sich die Werkstatt der Gruppe Gamal. Die Kunsthandwerker haben sich auf die Herstellung von Glasprodukten spezialisiert. Sie stellen die filigranen Parfümflakons aus unserem Weltgebetstagssortiment 2014 her. Für die Herstellung der aufwendig verzierten Fläschchen benötigen die Kunsthandwerker viel Geschick.

Mit Hilfe eines Bunsenbrenners werden lange Glasröhren erhitzt und auf diese Weise formbar gemacht. Um dem Flakon seine Grundform zu geben, wird zunächst eine Blase geformt. Diese Grundform wird mit Hilfe des Bunsenbrenners
bearbeitet und detailreich verziert. Die fünf Produzenten der Gruppe Khaled stellen in einer kleinen Werkstatt in Kairo bunte Vasen, Karaffen und Becher aus Glas her. Für die Herstellung verwenden sie überwiegend recyceltes Glas. Die Kunsthandwerker schmelzen es zunächst ein und entnehmen dann eine Portion des Rohglases, um sie im Schmelzofen zu erhitzen. Mit Hilfe eines Blasrohres und verschiedener Werkzeuge wird das Glas so lange bearbeitet und immer wieder erhitzt, bis es die gewünschte Form erhält. 

Produkte von Yadawee finden Sie bei EL PUENTE mit dem Projektcode ae2.